Summer School ‘How Virtual Is Reality?’ – Letzte Chance zur Anmeldung
12. Mai 2010, 18:51 Uhr. | bremen · digitalreligion · summerschool
Dieses Jahr findet vom 30. Juli bis 09. August die Summer School “How Virtual Is Reality?” mit dem Thema “Digital Religion. Research in Virtual 3D Environments?” statt, bei der ich irgendwie auch involviert bin. Die Anmeldefrist wurde dabei unlängst bist zum 31. Mai verlängert und wir haben noch ein paar Plätze frei. Alle weiteren Informationen gibt es direkt auf der Projektseite, auf der sich nach dem Feiertag noch ein paar aktualisierte Informationen einfinden werden, unter anderem das Programm nicht mehr nur als PDF und ein paar Informationen zu den Organisator_innen (das fehlte bisher irgendwie).
Achja: Als kleines Bonbon gibt es keine Teilnahmegebühr, was vor allem dank der Förderung durch die VolkswagenStiftung möglich wird.
Rewi-Symposium 2010: Vortrag zu Geschichtskonzeption in Battlestar Galactica.
01. Mai 2010, 2:09 Uhr. | battlestar galactica · rewi-reloaded · vortrag
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Vor ein paar Tagen kam (mit dem vorläufigen Programm) die Bestätigung von der Orga, dass mein eingereichter Vortrag für das diesjährige Symposium der Studierenden der Religionswissenschaft akzeptiert wurde. Der Text lautet:
“All this has happened before, and all this will happen again”. Das Modell von Geschichtsschreibung in der Science-Fiction-Serie Battlestar Galactica.
Die Neuauflage der Science-Fiction-Serie Battlestar Galactica (BSG) in den 2000er Jahren spielt von der ersten produzierten Minute an mit der religiösen Aufladung ihrer Erzählung(en), dass es religionswissenschaftlichen Studierenden ganz wässrig im Mund werden will: Ob bei der Legitimation für die Auslöschung der Menschheit, in der Darstellung von entscheidungsbestimmenden Prophezeiungen, bei Postmortalität(svorstellungen) oder in der Präsentation von Grenzgänger_innen und Gegenwelten – es findet sich vieles, das ins Auge fallen möchte und leicht in Verbindung zu „klassischer“ religionswissenschaftlicher Arbeit gesetzt werden kann.
Dieser Vortrag wird versuchen die Geschichtsschreibung in BSG anhand der aufgebrachten Konzeption von Zeit, Zukunft und “dererlei” innerhalb der europäischen Religionsgeschichte zu verorten und anhand ausgewählter bereits angedeuteter Erzählstränge griffig zu machen. Er will damit auch ein Beispiel dafür geben, warum die Untersuchung von populärer Kultur eine feine und notwendige Sache ist. Ohne viel von Raumschiffen zu reden. Versprochen.
Mensch hat mich dabei auf den Sonntag morgen auf 10 Uhr gelegt, das Zeitfenster für die Vorträge liegt inklusive Diskussion bei 45 Minuten. Bin damit eigentlich ganz zufrieden – es ist nicht gleich am ersten Tag, wo mensch ja in der Regel erst einmal ankommen will und auch nicht am Samstag Vormittag, den Morgen nach der Party. Glück gehabt. Da kann ich mir ja nun mal überlegen, womit konkret ich die Zeit fülle – soll ja spannend und anschaulich sein.
Die Krux mit den schriftlichen Quellen. Eine Problematisierung am Beispiel “des Buddhismus”.
05. Apr 2009, 17:47 Uhr. | buddhismen · essay · zen

Das große Narrativ ist tot. Schrieb zumindest Jean-François Lyotard. Erschlagen von den Denkern einer als Postmoderne verschrienen Zeit, vom Zeitgeist gefressen, in Hirnen und Herzen von ForscherInnen und sonstigen Menschen nicht nur Leere hinterlassend: sie ebenso mit unverdauten Bruchstücken von Chaos und Komplexität bestürmend, die in neue Strukturen eingefasst werden wollen, um Wirklichkeit (wieder) verständlich werden zu lassen und eine neue, differenzierte Übersichtlichkeit von Welt zu gestalten.
Die innerhalb der Kulturwissenschaften geführten Diskussionen und Aushandlungen um Deutungen und deren Richtigkeit haben dabei vielfach kritische Fragen an den Umgang mit den zur Verfügung stehenden Quellen aufgeworfen, die sich an der Literatur über “den” Chan/Zen-Buddhismus exemplarisch darstellen lassen:
Erstens ist Literatur kontextabhängig und absichtsgeleitet.
Zu den ersten Berichten über “den Buddhismus”, die in den Westen gelangten, gehörten Reise- und Missionarsberichte von Jesuiten. Speziell ausgebildeten religiösen Virtuosen also, deren Lesart von religiösen Erscheinungsformen durch ihre kulturellen Vorprägungen und religiösen Absichten geprägt gewesen sein dürfte. Auch dienten ihre Berichte spezifischen Zielen.[1] Diese Berichte wurden – neben anderen – von mehreren Generationen so genannter intellektueller Eliten “im Okzident” rezipiert (“orientalism”) und in “den Orient” zurückgespiegelt (“reorientalism”). Sie prägen den öffentlichen Diskurs (nicht nur den elitärrn Oberschichten) bis auf den heutigen Tag hinein durch einen stetigen Austausch. Der damit einhergehenden zwangsläufigen Vielgestaltigkeit der Erscheinungsformen von “Buddhismus” wird in der heutigen Fachwelt unter anderem durch Verwendung des von Faure geprägten Begriffs der “Buddhismen” (als Gegensatz zum Singular des Terminus) Rechnung getragen.
Zweitens ist nicht alle produzierte Literatur (komplett) erhalten.
Der ursprünglich mündlich tradierte Pali-Kanon gilt gemeinhin als eines der ältesten erhaltenden Zeugnisse buddhistischen Schaffens. Jedoch wurde er erst im ersten Jahrhundert nach Christus auf Sri Lanka niedergeschrieben. Derjenige, dessen Lehren dort enthalten seien sollen, soll allerdings fast 500 Jahre zuvor gelebt haben.[2] Es liegt somit ein Dokument vor, welches (a) Jahrhunderte nach den beschriebenen Ereignissen, (b) für einen spezifischen Auftrageber mit eigener Agenda und (c) in einem bestimmten historischen und kulturellen Kontext geschaffen wurde, das ohne (d) lückenlose Dokumentation der Leerstellen (d.h. durch vorliegende Quellen nicht abgedeckte Zeiträume) nur schwer verlässlich kontextualisiert werden kann.
Drittens muss Literatur nicht zwangsläufig mit der sozialen Realität übereinstimmen.
Ob es die Werke Eugen Herrigels, D.T. Suzukis, Alan Watts’ oder eines buddhistischen Mönchs im 12.Jahrhundert sind: Es handelt sich dabei immer um Werke von Individuen, die aus individuellen Gründen zu individuellen Interpretationen von Wirklichkeit kommen. Sie geben nicht zwangsläufig Auskunft darüber, wie die Ansichten anderer religiöser Akteure innerhalb eines oder mehrer Diskursfelder aussehen bzw. ausgesehen haben. Sie geben auch nicht zwangsläufig Auskunft darüber, aus welcher Motivation heraus religiöse Handlungen jener Akteure ausgeführt werden und wurden.[3]
Das große Narrativ ist tot.
Doch wird die entstandene Konfusion bereits durch differenzierende Ansätze gefüllt, die versuchen, dem Untersuchungsgegenstand gerecht zu werden und Forschern wie auch der interessierten Öffentlichkeit Möglichkeiten offenbaren, sich im Informationsdschungel zurechtzufinden. Die Literatur ist einerseits fast schon unüberschaubar und vielfältig, anderseits manchmal aber auch nur in Form von wenigen Schriftstücken erhalten – und nicht selten ist es schon schwierig zu entscheiden, ob etwas überhaupt (noch) zum Gegenstandsbereich religionswissenschaftlicher Buddhismenforschung gehört. Es ist eine schwierige Aufgabe, einem Gegenstandsbereich gerecht zu werden, Quellen angemessen zu bewerten und auch “nur” zu entscheiden, was Teil des buddhistischen Feldes ist und was nicht.[4]
Doch wie anders könnten wir vorgehen, uns ein wenig Sicherheit, ein Stückchen Welt zurückerobern, wenn nicht durch intensive Beschäftigung mit historisch-kulturell kritischen Ansätzen oder mit Theorien, die weg von der Untersuchung reiner Oberschichtendiskurse und hin zu einer akteursorientierten Beschäftigung mit Religion(en) und Religiosität führen? Nicht zuletzt lohnt sich auch immer ein Blick auf ästhetische, auf sinnliche Komponenten von Religion(en) im Sinne einer “material religion” nach David Morgan et al[5], die zunehmend weitere Vorschläge erarbeitet, wie das weite Feld jensseits von Literalität begehbar gemacht werden kann.
Dieser Essay wurde für die Vorlesung “Einführung in den Chan/Zen-Buddhismus” WS 2008/09 bei Frau Professor Inken Prohl verfasst und wird hier in leicht veränderter Form veröffentlicht.
Literatur
- Offermanns, Jürgen (2002): Der lange Weg des Zen Buddhismus nach Deutschland. Vom 16. Jahrhundert bis Rudolf Otto. ↩
- Faure, Bernard (1997): Buddhismus. Ausführungen zum besseren Verständnis. Anregungen zum Nachdenken. ↩
- Rüpke, Jörg (2007): Historische Religionswissenschaft. Eine Einführung.
Prohl, Inken (1999): Versinken im Nichts. In: Grötzinger, Rüpke (Hrsg): Literatur als religiöses Handeln? ↩ - Prohl, Rakow (2008): Transformationen buddhistisch inspirierter Vorstellungen und Praktiken. In: Transformierte Buddhismen, vol1 ↩
- Siehe beispielsweise die Reihe material religion ↩
Diskurs.Macht.Religion. Das Symposium rückt näher!
03. Apr 2009, 0:06 Uhr. | heidelberg · symposium2009
Update (18.04.2009): Die Anmeldefrist wurde bis zum 01. Mai 2009 verlängert!

Vom 21. bis 24. Mai 2009 richtet die Fachschaft ReWi Heidelberg das 16. Symposium der Studierenden der Religionswissenschaft aus. Im Rahmen eines mit Vorträgen, Workshops und lockerer Abendgestaltung angefüllten Programms sind Studierende aus aller Welt herzlich eingeladen, spannende Tage am Neckar zu verbringen. Anmeldeschluß ist der 15. April.
Weitere Details zur Anmeldung, Teilnahme und Konzeption sind auf der Webpräsenz zu finden: rewi-symposium2009.de.
Michael Blume gewinnt SciLog-Preis
02. Apr 2009, 0:01 Uhr. | michael blume · preis
Na, wenn das nicht mal eine erfreuliche Nachricht ist, die mich über die Mailingliste Yggdrasil erreicht:
Dr. Michael Blume, umtriebiger Religionswissenschaftler im Netz mit Schwerpunkt auf Anknüpfungspunkten zwischen Naturwissenschaft und Religionswissenschaft, gewinnt den Scilogs Preis 2009 für hervorragendes Bloggen zu Themen der Wissenschaft für seinen Blog bei den Chronologs: Natur des Glaubens.
Glückwünsche aus Heidelberg (respektive aus Berlin von der re:publica)!
Summer School: How Virtual Is Reality?
01. Apr 2009, 18:36 Uhr. | bremen · ichbindabei · summerschool
Mitte Juli diesen Jahres findet in Bremen eine internationale Summer School statt, die anhand der Leitfrage How Virtual Is Reality? das weite Gebiet der Verbindungen zwischen Religion(en)/Religiosität (Arbeitsdefinition nach Wahl) und den neuen Medien, wie sie sich online und in dreidimensionalen Umgebungen zeigen, beleuchtet.
Das Design stammt dabei von mir, habe es aber bisher leider noch nicht wegbekommen, dass manche Graphiken manchmal weniger “verlaufend” dargestellt werden, als sie sollten – und das das Webkit (Chrome, Safari) irgendwas mit den Abständen anders macht als alle anderen und es da deswegen zu kleinen Verschiebungen kommt.
Ich werde daran teilnehmen und es wäre toll, auch dich dort zu treffen, die Liste der Teacher macht auf jeden Fall Lust auf mehr.




